Hallenbäder

Online-Petition für den Erhalt des Hallenbads Bissingen

In Bietigheim-Bissingen gibt es bisher zwei Hallenbäder, das Hallenbad Bissingen in der Bahnhofstr. 45 und das Bad am Viadukt in der Holzgartenstraße 26.

Beide sind in absehbarer Zeit erheblich sanierungsbedürftig, das Hallenbad Bissingen früher als das Bad am Viadukt. Der Sanierungsbedarf ist so hoch, dass statt grundlegender Sanierungen beide Bäder aufgegeben werden sollen und stattdessen ein neues Hallenbad neben dem Freibad gebaut werden soll. Im Zeitungsartikel Bad beschäftigt bald die Räte (BietZ 3.8.2017) hatte Bürgermeister Kölz die voraussichtlichen Sanierungskosten des Hallenbads Bissingen auf mindestens 10 Mio. Euro geschätzt.

Im Sportstättenentwicklungsplan 2018-2025 auf den Seiten 45 – 47 wird der Zeitplan der Stadt dargestellt, zunächst neben dem Freibad ein neues Hallenbad zu bauen und nach der Inbetriebnahme dieser Ausbaustufe 1 das Hallenbad Bissingen aufzugeben. Einige Jahre später soll eine Ausbaustufe 2 folgen und nach deren Eröffnung das Bad am Viadukt aufgegeben werden.

In der Gemeinderatssitzung am Dienstag, dem 9.4.2019 traf der Gemeinderat unter Tagesordnungspunkt (TOP) 3 den Grundsatzbeschluss, dass die Stadtwerke auf dem bisherigen Ballkult-Gelände, das seit einiger Zeit den Stadtwerken gehört, ein neues Hallenbad bauen sollen:
Sitzungsvorlage zu TOP 3 (Drucksache Nr. GR 27.2/2019)
Anlage zum TOP 3 (Anlage-zu-GR-27.2-2019)
Beschlussergebnis TOP 3
Das neue Hallenbad soll mit acht 25-m-Bahnen den Wunsch insbesondere von Vereinen und Schulen nach mehr Trainingsmöglichkeiten als im Hallenbad Bissingen (fünf 25-m-Bahnen) erfüllen.

In Bissingen sehen viele Einwohner das Hallenbad als einen wichtigen Bestandteil der Infrastruktur des Stadtteils an, der nicht verloren gehen sollte. Es wurde eine Online-Petition gestartet, um das Ausmaß dieses Wunschs zu dokumentieren:
Online-Petition für den Erhalt des Hallenbads Bissingen

Am 16.12.2019 fand dazu eine Bürgerinformation statt:
Stadt verteidigt Hallenbad-Pläne (BietZ 18.12.2019)
Der Redakteur der Bietigheimer Zeitung Uwe Mollenkopf schrieb dazu am 18.12.2019 auch folgenden
Kommentar:
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Eine Frage des Blickwinkels

Aus Bissinger Sicht ist es absolut nachvollziehbar, dass die Bürger für den Erhalt ihres Hallenbades eintreten. Die große Beteiligung bei der Bürgerinformation zeigt die Bedeutung dieses Themas für sie. Für den Stadtteil ist das Bad ein wichtiger Bestandteil der Infrastruktur.

Doch wie die Versammlung am Montag deutlich machte, gibt es letztlich kaum Alternativen zu den Neubauplänen der Stadt. Die Idee, ein Bad am Silcher-Platz zu bauen, wäre elegant, scheidet aber laut Stadt wegen der Hochwassergefahr aus. Damit spricht fast alles für die Ellental-Lösung, die aus gesamtstädtischer Sicht ohnehin die meisten Vorteile bringt.
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Ebenfalls von Herrn Mollenkopf stammt der Artikel in der Stuttgarter Zeitung über die Bürgerinformationsveranstaltung:
Lautstarke Proteste gegen das Ende des Bissinger Bädles (StZ 19.12.2019)

Michael Grießer aus Bietigheim-Bissingen hat einen Entwurf erstellt, laut dem ein Hallenbad mit acht 25-m-Trainingsbahnen, einem Lehrschwimmbecken und einer Sauna auf den Ernst-Silcher-Platz gegenüber vom bisherigen Hallenbad Bissingen passen würde. Von seinem ersten Entwurf hatten manche Ecken des rechtwinkligen Gebäudes noch ein kleines bisschen auf das unregelmäßig geformte HQ-100-Überschwemmungsgebiet („100jähriges Hochwasser“) geragt, für das grundsätzlich Bauverbot besteht. Dadurch entstand auch für die Presse bei der Informationsveranstaltung der Eindruck, dass wegen des Hochwasserrisikos kein Hallenbad am Ernst-Silcher-Platz gebaut werden könnte.

Inzwischen hat Herr Grießer die äußere Form seines Entwurfs so angepasst, dass er komplett auf die Fläche passt, für die kein Bauverbot besteht:

Außerdem hat er die Fußbodenhöhe 20 cm über dem bei einem HQ-extrem-Hochwasser („Jahrtausendhochwasser“) zu erwartenden Wasserstand eingeplant, so dass selbst in einem solchen Extremfall das Hallenbad noch trocken aus dem Wasser ragen würde.

Es bleiben die von Herrn Mollenkopf in seinem Kommentar erwähnten „Vorteile aus gesamtstädtischer Sicht“ abzuwägen, dass ein einziges großes Hallenbad später einmal vermutlich niedrigere Unterhaltskosten verursachen wird als zwei mittelgroße.